Backup & Wiederherstellung
RechnungsFee schützt deine Daten auf drei unabhängigen Ebenen. Jede Ebene hat einen anderen Zweck – erst zusammen bieten sie echten Schutz.
Die drei Backup-Ebenen im Überblick
| Ebene | Was | Wann | Verschlüsselt | Schützt vor |
|---|---|---|---|---|
| 1 – Lokaler Snapshot | Nur Datenbank | Beim App-Ende + vor Migrationen | Nein (OS-Zugangsschutz) | Migrations-Fehler, DB-Korruption |
| 2 – Manuelles ZIP | Datenbank + Belege | Auf Knopfdruck | Nein ⚠ | Manuelle Sicherung vor größeren Änderungen |
| 3 – Externes Backup | Datenbank + Belege | Beim App-Ende | Ja – AES-256-GCM | Hardware-Ausfall, Diebstahl, Brand, Ransomware |
Kurz gesagt: Lokale Snapshots sind dein Airbag gegen Programm-Fehler. Das externe Backup ist deine Brandschutzversicherung.
Ebene 1 – Lokaler automatischer Snapshot
Beim jedem normalen Beenden der App und direkt vor Datenbank-Migrationen (App-Updates) erstellt RechnungsFee automatisch einen WAL-sicheren DB-Snapshot. Die Snapshots liegen lokal auf derselben Festplatte wie die Hauptdatenbank.
Was wird gespeichert: Nur die Datenbank – hochgeladene Belege (PDFs, Scans) sind nicht enthalten.
Aufbewahrung: Maximal 5 Snapshots. Die älteste Kopie wird automatisch gelöscht, sobald eine sechste entsteht.
Speicherort:
| Betriebssystem | Pfad |
|---|---|
| Windows | %APPDATA%\RechnungsFee\backups\ |
| Linux | ~/.local/share/RechnungsFee/backups/ |
| macOS | ~/Library/Application Support/RechnungsFee/backups/ |
Dateiname: rechnungsfee_YYYYMMDD_HHMMSS.db
Was lokale Snapshots schützen – und was nicht
✅ Schützen gegen:
- Fehler bei Datenbank-Migrationen nach einem App-Update
- Unbeabsichtigte Dateneingaben (Buchung zurücksetzen)
- Korrupte Datenbank durch unsauberes Beenden (Stromausfall, Absturz)
❌ Schützen nicht gegen:
- Festplatten-Ausfall – Snapshots liegen auf derselben Platte wie die Originaldaten
- Diebstahl des Rechners – beides weg
- Brand oder Wasserschaden – physischer Totalverlust
- Ransomware – Schadsoftware verschlüsselt lokale Dateien einschließlich der Backups
Für steuerrelevante Daten gilt eine 10-jährige Aufbewahrungspflicht (§ 147 AO). Ein lokaler Snapshot allein erfüllt diese Anforderung nicht – er ist kein Ersatz für ein externes Backup.
Ebene 2 – Manuelles ZIP-Backup
Über Sidebar → Backup → Tab „Backup“ kannst du jederzeit ein vollständiges ZIP-Archiv herunterladen.
Inhalt des ZIP:
rechnungsfee.db– vollständige Datenbank (WAL-sicherer Snapshot)uploads/– alle hochgeladenen Belegdateien (PDFs, Scans, Bilder)
Dateiname: RechnungsFee-Backup-JJJJ-MM-TT.zip
⚠ Das manuelle Backup ist unverschlüsselt. Die ZIP-Datei enthält alle Kundendaten, Rechnungen und Belege im Klartext. Speichere sie nur an zugangsbeschränkten Orten und gib sie nicht weiter.
Wann sinnvoll:
- Vor größeren Stammdaten-Änderungen
- Als Abschluss-Backup zum Jahresende (für die Steuerakte)
- Wenn kein externes automatisches Backup konfiguriert ist
Ebene 3 – Externes automatisches Backup
Das ist die wichtigste Schutzebene. Konfiguriert einmalig unter Backup → Tab „Backup“ → „Automatisches Backup beim Beenden“.
Was passiert beim App-Ende
- Lokaler Snapshot (Ebene 1) wird erstellt
- Vollständiges ZIP wird aus Datenbank + Belegen gepackt
- ZIP wird mit AES-256-GCM verschlüsselt (PBKDF2, 100.000 Iterationen)
- Verschlüsselte Datei wird auf alle konfigurierten Ziele kopiert
Dateiname auf dem Ziel: RechnungsFee-Backup-JJJJ-MM-TT.zip.enc
Warum immer verschlüsselt?
Externe Speicherorte – NAS, USB, Netzlaufwerke – sind oft weniger zugangsbeschränkt als der lokale Rechner. Kundendaten (Name, Adresse, Rechnungsbeträge) sind personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO. Artikel 32 DSGVO schreibt geeignete technische Maßnahmen vor; AES-256 gilt als Stand der Technik.
Das Passwort wird nirgendwo gespeichert – RechnungsFee kennt es nur, solange die App läuft. Bewahre das Passwort sicher auf (Passwort-Manager, Tresor) – ohne es ist das Backup nicht wiederherstellbar.
Ziele konfigurieren
Unter Backup → „Automatisches Backup beim Beenden“:
- Ziel 1 / Ziel 2: Pfad eingeben oder per „Ordner wählen“ auswählen
- NAS (eingebunden): z. B.
/mnt/nas/backup(Linux),\\NAS\backup(Windows) - NAS (direkt per SMB): z. B.
smb://server/freigabe/backup→ kein System-Mount nötig - USB: z. B.
/media/usb/backup(Linux),E:\backup(Windows) - Netzlaufwerk: beliebiger Pfad, der vom OS eingebunden ist
- NAS (eingebunden): z. B.
- Passwort: Pflichtfeld wenn mindestens ein Ziel gesetzt ist; mindestens 12 Zeichen empfohlen
- Einstellungen speichern klicken
Beide Ziele werden parallel befüllt. Ein zweites Ziel bietet Redundanz (z. B. NAS + USB).
SMB-Netzlaufwerke (direkt ohne Mount)
Wenn du einen smb://-Pfad einträgst, erscheinen automatisch Felder für Benutzername und SMB-Passwort. RechnungsFee verbindet sich beim Backup direkt mit der Freigabe – ohne dass das Laufwerk im Betriebssystem eingebunden sein muss.
| Feld | Beispiel | Hinweis |
|---|---|---|
| Pfad | smb://nas.local/backup/rechnungsfee |
server/freigabe/unterordner |
| Benutzername | backup-user |
Leer lassen bei anonymem Zugriff |
| SMB-Passwort | geheim |
Separates Feld, unabhängig vom Verschlüsselungs-Passwort |
Das SMB-Passwort gewährt Zugriff auf die Freigabe. Das Verschlüsselungs-Passwort schützt den Inhalt der Backup-Datei. Beides sind getrennte Geheimnisse.
Systemlaufwerke werden übersprungen
Ein Backup auf demselben Laufwerk wie die Originaldaten schützt nicht vor Festplattenausfall oder Diebstahl. Deshalb überspringt RechnungsFee beim automatischen Backup Pfade auf Systemlaufwerken:
| Betriebssystem | Blockiert | Erlaubt |
|---|---|---|
| Windows | C:\… |
D:\, E:\, \\NAS\…, smb://… |
| Linux | alles unter / außer externe Einhängepunkte |
/mnt/…, /media/…, /run/media/… |
| macOS | alles unter / außer externe Volumes |
/Volumes/… |
Das Formular zeigt einen Hinweis sobald du einen solchen Pfad einträgst.
Retry-Dialog bei Fehler
Wenn beim App-Ende ein externes Ziel nicht erreichbar ist (NAS ausgeschaltet, USB nicht eingesteckt):
- RechnungsFee zeigt einen Dialog mit dem Fehler
- Laufwerk einstecken oder NAS einschalten
- „Erneut versuchen“ klicken – der lokale Snapshot wurde bereits erstellt
Über „Trotzdem beenden“ kann die App auch ohne erfolgreiches externes Backup geschlossen werden – der lokale Snapshot bleibt erhalten.
Backup wiederherstellen
Öffne Sidebar → Backup → Tab „Wiederherstellung“.
Vor jeder Wiederherstellung wird automatisch ein Sicherheits-Snapshot der aktuellen Datenbank angelegt.
Aus lokalem Snapshot
Für die schnelle Wiederherstellung nach einem Fehler – kein Passwort, kein Datei-Upload nötig.
- Tab „Wiederherstellung“ öffnen
- In der Liste einen Snapshot auswählen (Datum, Uhrzeit, Dateigröße sichtbar)
- „Ja, wiederherstellen“ klicken
- „Jetzt neu starten“ klicken – beim Neustart spielt RechnungsFee den Snapshot ein
Lokale Snapshots enthalten nur die Datenbank – hochgeladene Belege bleiben beim Wiederherstellen unverändert.
Aus manuellem ZIP-Backup
Für die vollständige Wiederherstellung inkl. Belege nach einem Hardware-Wechsel oder Totalverlust.
- Tab „Wiederherstellung“ → „Backup-Datei wählen“
- ZIP-Datei auswählen (
.zip) - „Backup hochladen und vorbereiten“ klicken
- „Jetzt neu starten“ klicken – Datenbank und Belege werden vollständig wiederhergestellt
Aus verschlüsseltem externem Backup
- Tab „Wiederherstellung“ → „Backup-Datei wählen“
- Verschlüsselte Backup-Datei auswählen (
.zip.enc) – das Passwortfeld erscheint automatisch - Backup-Passwort eingeben (das Passwort das beim Erstellen gesetzt wurde)
- „Backup hochladen und vorbereiten“ klicken
- „Jetzt neu starten“ klicken
Falls ein Backup aus einer älteren App-Version stammt, führt RechnungsFee beim Start automatisch alle fehlenden Datenbank-Migrationen durch.
Manuelle Wiederherstellung (Fallback)
Falls die App nicht startet:
- RechnungsFee beenden
- ZIP entpacken
rechnungsfee.dbin den Datenordner kopieren (vorhandene ersetzen)uploads/-Ordner in den Datenordner kopieren- RechnungsFee neu starten
Empfohlene Backup-Strategie
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Nur ein Rechner, keine externen Geräte | Manuelles ZIP regelmäßig auf Cloud (Nextcloud, iCloud etc.) |
| NAS oder Netzlaufwerk vorhanden | Externes Backup konfigurieren (Ebene 3) |
| USB-Laufwerk vorhanden | Ebene 3 auf USB konfigurieren; beim App-Ende einstecken |
| Höchste Sicherheit | Ebene 3 auf zwei Ziele (NAS + USB) |
Die 3-2-1-Regel als Faustregel: 3 Kopien der Daten, auf 2 verschiedenen Medien, davon 1 außer Haus (oder Cloud). RechnungsFee mit Ebene 1 + Ebene 3 auf NAS + manuellem ZIP an externem Ort erfüllt diese Regel.
Datenpfade
| Betriebssystem | Datenordner |
|---|---|
| Windows | %APPDATA%\RechnungsFee\ |
| Linux | ~/.local/share/RechnungsFee/ |
| macOS | ~/Library/Application Support/RechnungsFee/ |
| Datei / Ordner | Inhalt |
|---|---|
rechnungsfee.db |
Hauptdatenbank (SQLite) |
uploads/ |
Hochgeladene Belegdateien (PDF, JPG, PNG) |
backups/ |
Lokale automatische Snapshots (max. 5, nur DB) |